A Party to Murder – Martas Mimen präsentieren ein turbulentes Stück mit überraschenden Wendungen

Eine 25 Jahre alte Geschichte über das Verschwinden von fünf Personen, vier Morde, gegenseitige Verdächtigungen und eine Prise schwarzer Humor – das waren die Zutaten des diesjährigen Theaterstücks von Martas Mimen. 

Drei Abende, drei Mal ausverkauft – mit dem spannungsgeladenen Kriminalthriller „A Party to Murder“ von Marcia Kash & Douglas E. Hughes (Deutsch von Christian Ross) sorgte die Theatergruppe um Regisseur Stefan Feld für Begeisterung beim Publikum und verwandelte die Bühne der Stadthalle in einen ebenso atmosphärischen wie überraschungsreichen Schauplatz.

Schon das aufwändige Bühnenbild zeigte, mit welchem Anspruch die Produktion umgesetzt wurde: Liebevoll gestaltete Halloween-Dekoration schon im Foyer, von Spinnweben bedeckte Bücherstapel auf der Bühne, Spinnen an der Wand und sogar ein sich bewegendes Bücherregal, das den dahinterliegenden Geheimgang offenbarte. Unterstützt wurde die eindrucksvolle Kulisse durch den gezielten Einsatz der Technik – mit lautem Donnergrollen, grellen Blitzen und spektakulären Effekten wie einem scheinbar explodierenden Teller auf offener Bühne.

Auch inhaltlich hielt das Stück, was es versprach: Im Mittelpunkt steht eine exklusive Halloween-Einladung in ein abgelegenes Herrenhaus auf einer sturmumtosten Insel mitten in den Cassandra Lakes. Was als geselliges Wochenende mit einer gespielten Séance beginnt, entwickelt sich nach dem Mord an Elwood (Wolfgang Puppe) schnell zu einem nervenaufreibenden Spiel aus Verdächtigungen und gegenseitigen Anschuldigungen. Waren die Briefe mit den Forderungen an seine Mitspielenden etwa der Grund für seinen grausamen Tod? Wird zunächst noch die Krimiautorin und Gastgeberin Charly (Tamara Hobes) verdächtigt, löst sich dann auch diese Spur in Nichts auf, als sie zum zweiten Opfer wird – erstickt an einer mit Zyankali vergifteten Zigarre. Die Lage spitzt sich immer weiter zu, überraschende Enthüllungen und sich ständig verändernde Beziehungen halten nicht nur die Mitspielenden sondern auch das Publikum bis zum Schluss in Atem. Während Misstrauen und Angst wachsen, zeigt sich, dass hinter der Fassade der Feierlichkeiten mehr steckt, als zunächst vermutet. Zum Showdown kommt es schließlich, als McKenzie (Sandra Brand) und Willy (Marco Kohler) die Schlinge um den Hals des neu zur Gruppe hinzugestoßenen Schwesternpaares Valerie (Susanne Feld) und Henriette (Larissa Disch) enger ziehen: „Diese Frage sollten wir euch stellen, Henri. […] der Rest von uns hat diese Krimi-Dinner jahrelang gespielt, ohne dass es zu Todesfällen kam. Aber kaum taucht ihr auf und schon sterben wir wie die Fliegen.“

Ganz falsch scheinen sie damit nicht zu liegen, denn kurz darauf zückt Henriette die Waffe und erschießt die beiden – zumindest scheint es zunächst so. Denn am Ende kommt alles ans Tageslicht: Valerie hat damals nicht nur Henriettes Vater, sondern auch dessen Freunde (die „Phantom Five“) umgebracht – und warum? „Wegen des Geldes, Henri, warum sonst?“ Doch was Valerie nicht ahnt: der ganze Abend war nur eine Farce: das Krimidinner, der angeblich explodierte Teller und selbst die Leichen stehen am Ende allesamt unversehrt wieder auf.

Mit großer Spielfreude, Ausdrucksstärke und präzisem Timing glänzte das sechsköpfige Ensemble an allen drei Abenden in Folge. Die lebendigen Dialoge, pointierten Schlagabtausche und gegenseitigen Verdächtigungen sorgten für Spannung – wurden jedoch immer wieder von humorvollen Momenten aufgelockert. Sätze wie „Er hat lebend schon nicht gut ausgesehen, sterben war keine Verbesserung“ sorgten für einige Lacher im Publikum, das jede Gelegenheit zu nutzen schien, um der angestaunten Anspannung Luft zu machen.

Mit „A Party to Murder“ sind Martas Mimen damit drei eindrucksvolle, spannungsgeladene und zugleich humorvolle Theaterabende gelungen, die noch lange in Erinnerung bleiben dürften. Und wie jedes Jahr gehen alle Einnahmen an den Förderverein unserer Schule. (Dis)

Hinten von links: Jessica Mallach (Bühnenbild/Maske), Dennis Rehm (Souffleur), Stefan Feld (Regie), Larissa Disch (als Henriette), Philippe Bruder, Hannes Braun und Raphael Quadbeck (Technik)

Vorne: Tamara Hobes (als Charly), Susanne Feld (als Valerie), Wolfgang Puppe (als Elwood), Marco Kohler (als Willy) und Sandra Brand (als McKenzie)

(C) Bilder von Sven Heise

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